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Jul 28

Cape York via OTT and Frenchman Track

Von Cairns aus ging es also los Richtung Cape York. Unsere erste Nacht verbrachten wir kurz vor Cooktown, wo wir uns am nächsten Morgen mit den nötigen Essens und Dieselreserven eindeckten. Als erstes stand der Lakefield National Park auf dem Programm, wo wir nebst vielen Ameisen und riesigen Termitenhügeln auch die zahlreichen Wasservögel an den See beobachten konnten. Leider blühten die unzähligen Seerosen nur sehr spärlich, ansonsten muss es sehr eindrücklich aussehen.

Seerosen im Lakefield National Park

Die Fahrt durch den Lakefield National Park gab uns schon mal einen Vorgeschmack auf das Offroad-Abenteuer Cape York. Die Schottenpisten waren zwar in relativ gutem Zustand, hatten aber an einigen Stellen starke Erosionsschäden. Ausserdem gab es einige erste kleine Bäche zu durchqueren.

Steppenlandschaft im Lakefield National Park

Weiter ging es vom Lakefield National Park entlang der Peninsula Development Road Richtung Coen. Wo wir zum letzten Mal Diesel für unter 2$ tanken konnten. Nach eine Nacht an einem der Bäche in der Nähe von Coen ging es weiter Richtung Bramwell Junction wo sich die Spreu von Weizen trenn. Auf dem Weg dahin rüttelten aber die Schottenpisten erst einmal alles im Auto lose… An der Junction angekommen mussten wir entscheiden ob wir den Old Telegraph Track (OTT) in Angriff nehmen wollen oder lieber die Umfahrung zum Cape York nehmen. Nach einigen Informationen von Lokals entschieden wir uns einmal zum ersten Crossing, Palm Creek, zu fahren. Dort angekommen waren wir nicht alleine, etwa 20 Personen hatten sich bereits eingefunden und beobachteten die 4WD’s wie sie die steilen Uferböschungen hinunter rutschen durch den Bach rasen und sich auf der Gegenseite im Schlamm festfressen :-).

Einfahrt in den Palm Creek

Wir genossen die Show und machten uns dann auf zurück zur Bramwell Junction, wo wir campierten. Dort trafen wir 2 Aussi Typen, welche den OTT komplett gefahren sind und in Nolans Brook heftig hängen blieben. Aber mehr zu Nolans Brook später. Die beiden Typen waren hauptsächlich damit beschäftig Bier zu trinken, da ihr Kühlschrank den OTT nicht überlebte :-). Am nächsten Morgen lag es dann an uns zu entscheiden, welchen weg wir wählen. Nach den Eindrücken des Schlamm-Massakers vom Vortag am Palm Creek fällten wir die einzig richtige Entscheidung… Wir wollen da auch durch :-).

Ausfahrt aus dem Palm Creek

Gesagt getan. Zum Glück lief es relativ gut und wir kamen ohne nennenswerte Schäden hinunter und kämpften uns auf der anderen Seite ein gutes Stück hoch. Danach hiess es Seilwinde raus und uns aus dem Schlamm ziehen. Danach folgten einige schöne aber nicht sehr schwierige Creeks (Ducie, Alice, Dalhunty, Berti) bevor wir am berühmten Gunshot Creek ankamen. Zum Glück hatten wir uns vorher darüber informiert, dass es einen Chicken-Track. Wobei dieser auch nicht ganz ohne war!

Chicken-Track am Gunshot Creek

Es gibt aber tatsächlich Leute, welche den Gunshot fahren und das ist wirklich eindrückliches 4WD. (Hier ein Video von youtube.)

The Gunshot… eigentlich einfach 2m freier Fall..

Weiter ging es zum Cackatoo Creek wo wir campierten und eine tolle Nacht auf dem OTT verbrachten. Auffällig war am ganzen Cape York Abenteuer, aber besonders auf dem OTT, dass man keine Backpacker sieht :-). Hier hoch kommen nur 4WD’s in sehr gutem Zustand, alles andere ist zum Tode verurteilt.

Am nächsten Morgen durchquerten wir dann den Sailors Creek und machten uns auf zu den Fruitbat und Elliot Falls wo wir den ganzen Tag mit Relaxen verbrachten. Die Wasserfälle mit ihren Pools sind wirklich super entspannend besonders mit einigen Biers und bieten Abkühlung von der Hitze.

Fruit Bat Falls

Weiter ging es durch den Chanel Creek und Sams Creek.

Sam Creek

Danach bot sich uns die letzte Gelegenheit den OTT vor Nolans Brook zu verlassen, was wir nach einigen Überlegungen auch taten. Wir fuhren also das letzte Stück auf der Umfahrungsstrasse und beschlossen uns von Norden her Nolans Brook zu nähern um uns das Ganze einmal anzuschauen. Als wir ankamen steckte auch bereits ein Auto im Crossing fest. Was an den meisten anderen Bächen nicht weiter schlimm wäre, ist recht ärgerlich in Nolans Brook, da das Wasser etwa 130cm tief ist. Als Folge davon läuft das Auto ganz schön voll mit Wasser :-).

Nolans Brook .-)

Wir lernten an diesem Crossing eine Menge Leute kennen, welche Kühlschränke, Laptops, Telefone uns an die Fluten verloren haben. Somit waren wir froh uns diesen Spass nicht gegönnt zu haben. Im Jahr 2011 wurde alleine in Nolans Brook 34 Autos von der Versicherung als Totalschaden abgeschrieben :-). Wir machten uns also weiter auf Richtung Cape und übernachteten auf einem schönen Zeltplatz direkt am Strand von Unimagico. Am nächsten Tag hatten wir es dann endlich geschafft und kamen am nördlichsten Punkt von Australien an.

Blick auf die Torrent Strait Islands vom Cape York

Den Nachmittag verbrachten wir dann mit einer kleinen 4WD Runde, welche uns durch Regenwälder zu 5 sehr abgelegenen aber schönen Stränden führten. Leider ist schwimmen im tropischen Norden mit den vielen Krokodilen nicht sehr empfehlenswert.

5 Beaches Drive auf Cape York

Auf dem Rückweg machten wir einen Abstecher nach Weipa um unsere Vorräte aufzufüllen und unser Glück beim Fischen zu versuchen. Leider waren wir beide nicht sehr erfolgreich und es gab Ravioli und keinen Fisch :-(. Am nächsten Morgen machten wir uns auf Richtung Iron Range National Park und der kürzeste Weg dahin war der Frenchmans Track. Wir hatten uns nicht ernsthaft mit dem Track beschäftigt und fuhren einfach mal los. Der Track selbst war in recht schlechtem Zustand und sehr stark erodiert, was unsere Durchschnittsgeschwindigkeit auf 5 km senkte… Nach etwa einer Stunde auf dem Track trafen wir zwei sehr verwirrte Aussis, welche sich Offroad verirrt hatten und seit 2 Tagen ohne Plan umherfahren :-). Sie waren sehr froh zu hören, dass sie bereits nahe an der Hauptstrasse sind… für uns ging es aber weiter entlang des Tracks und durch den ersten Fluss. Vor 3 Wochen hätte ich noch sehr lange überlegt ob wir diese Crossing alleine meistern können, aber nachdem der Troopy auf dem OTT zeigte was er kann, fuhren wir ohne Zögern durch.

Frenchman Track (Einfahrt zum ersten Crossing)

Nach einigen weiteren Stunden auf dem Track erreichten wir dann das zweite Crossing und mussten erst  einmal tief durchatmen. Extrem steinige Einfahrt, brusttiefes Wasser und eine Schlammige extrem steile Ausfahrt. Aber zurück war keine Option also ging es los und durch da. Wir kamen zum Glück mit ein paar kleinen Kratzern die Einfahrt hinunter und ohne Probleme durch das Wasser aber dann war auch Schluss. Wobei wir es beinahe bis nach Oben geschafft hätten… Also hiess es wieder einmal Seilwinde raus und uns selbst an einem Baum hochziehen. Dies klappte wiederum problemlos und nach weiterenn 2 Stunden hatten wir den Frenchmans Track gemeistert und campierten im Iron Range National Park.

Frenchman Track Crossing Nummer 2

Am nächsten Tag besuchten wir dann den Chilli Beach wo wir uns selbst frische Kokosnüsse von den Bäumen pflückten. Mit Axt und Säge machten wir uns daran die Nüsse zu knacken und zu Essen. Danach hiess es 400km durchschütteln auf Schotterpisten bevor wir die Nacht in der Nähe von Coen verbrachten.

Kokos-Nuss am Chilli Beach im Iron Range National Park

Am Morgen danach meisterten wir dann noch die letzten paar hundert km Schotterpiste und übernachteten in der Nähe von Cooktown. Weiter ging es Richtung Süden zum Cape Tribulation mit wunderschönen von Mangroven gesäumten Sandstränden. Ausserdem besuchten wir den Daintree National Park wo wir eine Flussfahrt zu den Krokodilen und Wasservögeln unternahmen. Am Abend gönnten wir uns dann den Fisch des Tages in einem Restaurant in Port Douglas und campierten ein letztes Mal direkt am Strand.

Cape Tribulation

Danach war unser Cape York Abenteuer auch schon zu Ende und ich war wieder zurück in Cairns.

Hier findet ihr die neusten Bilder von QLD

PS: Wer sich fragt, warum mein Auto auf keinem der OTT Bilder zu sehen ist, ganz einfach wir waren nur 2 Personen und einer muss fahren und der andere navigieren. Daher haben wir oft keine Bilder oder ansonsten Videos gemacht. Diese sind aber viel zu gross für die Homepage.

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